Unsere Gedanken über die Permakultur

 

Unserer Meinung nach sollte Permakultur einfach und für jedermann machbar sein. Oft stellen wir aber fest, dass viele Leute eine Wissenschaft daraus machen und daher wollen wir euch mal einen kleinen Einblick in unsere Gedanken über die Permakultur geben und wie wir diese verstehen und bei uns im Garten anwenden. Denn wir sehen Permakultur nicht als "festgeschriebenen" Begriff, sondern Permakultur ist für jeden anders, da jeder andere Bedürfnisse und Voraussetzungen hat. Unser Motto: keep it simple

 

Der wichtigste Punkt ist für uns die Natur als Vorbild. Wir lieben es die Natur zu beobachten und uns Sachen von ihr abzuschauen. Wir sehen unseren Garten bzw. unsere Beete gern als kleinen Wald an. Im Wald z.B. gibt es keine offene Erde, denn es wird immer schön von oben mit Laub oder Nadeln der Bäume gemulcht, also eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang. Man sieht es auch in der Landwirtschaft, überall das Brachland. Erde mag aber nicht offen liegen, daher wächst auch immer wieder Beikraut und Gras, sodass die Erde geschützt ist. Diesen Vorgang haben wir uns abgeschaut und wenden das auch so im Garten an.

Wir mulchen unsere gesamten Beetflächen ordentlich, bevorzugt mit Grünschnitt, aber auch gerne mal mit Stroh und im Herbst dann mit dem Laub der Obstbäume, was eben gerade anfällt. Dadurch müssen wir sehr wenig gießen und sparen uns so auch Zeit. Zusätzlich bietet es Nahrung und Schutz für die Bodenlebewesen und verbessert auch die Bodenbeschaffenheit, weil der Boden auch vor Starkregen geschützt ist. Somit können wir allein nur durch das Mulchen, zum einen Gartenabfälle komplett verwenden, und müssen somit nichts aus den Garten zur Kompostanlage schaffen, und haben gleich mehrere positive Effekte für das Bodenleben und die Bodenbeschaffenheit.

 

Der nächste Punkt ist, der Natur reicht meist auch das Regenwasser das von oben kommt, es wird im Wald bzw. auf Wiesen nicht zusätzlich gegossen, das wollen wir auch in unseren Garten anwenden, so gut es geht - Wasser einsparen. Wenn die Pflanzen natürlich noch sehr sehr klein sind, bzw. wenn man gerade Samen ausgesät hat, braucht man natürlich erstmal Wasser, da kann es schon vorkommen dass das Regenwasser oft nicht ausreicht. Trotzdem sind wir bemüht so viel Regenwasser wie nur möglich aufzufangen und zum Wässern im Garten zu verwenden.

 

Auch sehr wichtig für uns ist das Thema "Schädlinge" und Nützlinge. In der Natur, in der die Lebensräume noch natürlich sind, gibt es immer Schädlinge aber auch genug Raum für Nützlinge, welche dann die Schädlinge fressen und so findet meist ein natürliches Gleichgewicht statt. Uns widerstrebt der Gedanke andere Lebewesen zu töten, egal wie klein sie sind. Wir wollen stattdessen lieber genug Lebensraum für Nützlinge in unseren Garten schaffen, sodass sich das mit den Schädlingen ausgleicht und im Rahmen hält. Jeder hat darüber eine andere Meinung aber wir finden den Gedanken schrecklich ein Lebewesen zu töten und so haben wir beschlossen, das auch nicht zu tun. Wir haben bei uns reichlich Wühlmäuse im Garten aber der Schaden hat sich bisher immer in Grenzen gehalten, sodass es uns gar nicht wirklich gekümmert hat. Im Winter hatten wir ein Hermelin in unseren Garten, was auch die Wühlmäuse frisst. Ebenso mit den Schnecken, davon hatten wir im letzten Jahr auch reichlich, aber wir haben uns einfach die Mühe gemacht sie abzusammeln, und auch ein paar Pflanzen für sie am Beetrand "bereitzustellen" an denen sie sich satt fressen dürfen. Oder das Beikraut das wir aus dem Beet gezogen haben, lassen wir einfach am Beetrand liegen und uns ist aufgefallen, dass sich die meisten Schnecken darauf ansammeln und sich satt fressen. So müssen wir nichts Kaufen um die "Schädlinge" loszuwerden, sondern wir schaffen Lebensraum für allerart von Nützlingen und die Natur macht den Rest.

 

Es ist uns auch besonders wichtig nur samenfestes bio- oder demeter Saatgut zu verwenden, da wir uns auch selbst Samen ernten wollen. In der unberührten Natur findet man auch keine Hybrid Sorten, welche leider immer weiter in den Gärten verbreitet werden. In der Natur wäre so eine Pflanze nicht überlebensfähig, da diese sich nicht selber aussäen kann und nach einer Saison wäre sie tot. Leider hat der Mensch angefangen überall Hybrid Sorten zu pflanzen, was auch ein Problem für die Bestäuber ist, weil die Insekten schnappen sich dann den genmanipulierten Pollen und was für uns Menschen ungesund ist, ist auch für die Tiere nicht gut. Wir denken da auch nachhaltig und wollen uns natürlich auch eigene Samen ziehen um nicht ständig neues Saatgut kaufen zu müssen und das ist mit F1 Hybriden nicht möglich und zusätzlich liest man immer wieder wie ungesund genmanipulierte Lebensmittel für uns sind. Also gehen wir hier den natürlichen Weg und benutzen nur hochwertiges Saatgut, welches auch selbst schafft sich zu vermehren und auch ohne uns überleben kann und somit keine Abhängigkeit von Saatgut vorhanden ist.

Natürlich verwenden wir auch alles was im Garten anfällt an organischen Material wie Laub und Äste etc. Wir sind froh, dass wir damit unsere Beete im Herbst abmulchen können und auch im Frühjahr neue Beete damit aufbauen können oder uns aus Ästen und Weiden einen Zaun bauen können. Zum einen sparen wir dadurch Geld weil wir nicht ständig irgendwas kaufen müssen aber was uns noch viel wichtiger ist, dass für uns nicht extra Sachen produziert werden müssen, vermutlich noch im Ausland sondern wir sie direkt aus unseren Garten verwenden können. Letztlich schafft man so auch Kreisläufe und ist nicht abhängig von irgendwelchen Baumärkten etc.

 

Permakultur ist natürlich noch viel mehr und kann z.B auch die Energieversorgung und andere Bereiche umfassen. In unseren Garten geht es uns in erster Linie darum nachhaltige und naturnahe Kreisläufe zu erschaffen in der Tiere, Natur und natürllich wir einen Platz haben und alle natürlichen Ressourcen genutzt werden. Irgendwie ist es auch ein Lebenstil für uns geworden, denn Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein steht bei uns auch in der Wohnung ganz oben und bezieht natürlich auch die Ernährung mit ein. Es umfasst für uns auch den Bereich Regional und Saisonal, denn in der Natur bekommt man auch nur zu gewissen Zeiten gewisse Obst und Gemüsesorten und daher schauen wir auch so wenig wie möglich von anderen Ländern zu beziehen und natürlich nur das was gerade Saison hat. Wie ihr seht ist das auf jeden Fall ein spannendes Thema das etliche Bereiche umfasst und für jeden Anders ist. Wir wollten euch mit unseren kleinen Blog-Artikel inspirieren auch die Permakultur in euren Garten anzuwenden, sie ist ganz einfach und man braucht eigentlich nichts dafür außer etwas Wissen und Motivation ;)


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